Prepaid im Mobilfunk: Wie Guthaben, Pakete und Kosten zusammenspielen
Prepaid heißt: Du zahlst im Voraus und nutzt Mobilfunk nur in dem Umfang, den du vorher aufgeladen oder als Paket gebucht hast. Es gibt keine Rechnung am Ende des Abrechnungszeitraums, und mehr als dein Guthaben oder Paket kann nicht verbraucht werden.
Auf dieser Seite siehst du, wie Guthaben und Pakete zusammenspielen, welche Pflichten bei der Freischaltung gelten, was mit Restguthaben passiert und für wen sich das Modell eignet.

Vorauszahlung statt Monatsrechnung
Bei einem klassischen Vertrag buchst du einen Tarif und bekommst später eine Rechnung. Bei Prepaid dreht sich die Reihenfolge um: erst das Geld, dann die Leistung. Die SIM-Karte oder eSIM ist mit einer Rufnummer verknüpft, dein Guthaben liegt auf einem Konto beim Anbieter.
Dazu gibt es zwei Grundmodelle, die sich auch mischen lassen:
- Guthaben mit Abrechnung nach Verbrauch: Jede Minute, jede SMS und jedes Datenvolumen wird einzeln vom Guthaben abgezogen. Das ist flexibel, kann bei viel Datennutzung aber teuer werden.
- Paket oder Option: Du buchst ein Bündel aus Minuten, SMS und Datenvolumen für eine feste Laufzeit und bezahlst es vom Guthaben. Ist das Paket aufgebraucht oder abgelaufen, greift je nach Anbieter ein Standardpreis oder die Verbindung wird gedrosselt.
Welche Variante bei dir greift, steht in den Tarifinformationen des Anbieters. Prüfe dort besonders, was nach Ende des Pakets passiert.
Woraus sich die Kosten zusammensetzen
Prepaid ist nicht automatisch billig, aber meist gut kontrollierbar. Diese Posten solltest du kennen:
- Anschaffung der SIM: Manche Anbieter berechnen einen einmaligen Preis, oft mit Startguthaben verrechnet.
- Paketpreis: Der Betrag, den du für Minuten, SMS und Daten zahlst. Pakete laufen unterschiedlich lang. Teile deshalb den Preis durch die Laufzeit in Tagen, dann siehst du, was dich ein Tag Nutzung wirklich kostet.
- Verbrauch außerhalb des Pakets: Gespräche, SMS oder Daten, die nicht enthalten sind, laufen zum Standardpreis vom Guthaben.
- Aufladung: Je nach Zahlweise können Gebühren oder Mindestbeträge anfallen. Automatische Aufladung ist bequem, du verlierst aber leichter den Überblick.
Eine feste Grundgebühr, die unabhängig von deiner Nutzung anfällt, ist bei Prepaid die Ausnahme. Wenn ein Paket sich automatisch verlängert, wird es dagegen zur wiederkehrenden Ausgabe. Achte deshalb auf die Verlängerungsoption und schalte sie aus, wenn du sie nicht willst.
Prepaid und Vertrag im direkten Vergleich
Der wichtigste Unterschied ist die Bindung. Bei Prepaid verpflichtest du dich in der Regel nicht zu einer Mindestlaufzeit, sondern buchst nur, was du gerade brauchst. Ein Vertrag bietet dafür oft mehr Datenvolumen fürs Geld und kann ein Smartphone gleich mitfinanzieren.
Verbreitet ist Prepaid trotzdem: Ende 2025 entfielen laut Bundesnetzagentur in Deutschland 27 Prozent der aktiven SIM-Profile ohne M2M auf Prepaid-Tarife. Das ist ein Anteil an SIM-Profilen, keine Aussage über die Zahl der Menschen, da manche mehrere SIMs nutzen.
Welches Modell besser zu dir passt, hängt von Nutzung, Budget und Planungssicherheit ab. Eine ausführliche Gegenüberstellung findest du im Ratgeber Prepaid oder Handyvertrag.
Registrierung: Ohne Identitätsprüfung geht nichts
Anonym eine SIM kaufen und losnutzen ist in Deutschland nicht mehr möglich. Seit dem 1. Juli 2017 müssen Anbieter die Identität von Prepaid-Kunden vor der Freischaltung prüfen, wie die Bundesnetzagentur erläutert. Welche Verfahren dein Anbieter dafür anbietet, kann sich unterscheiden, etwa Ausweiskontrolle im Laden oder ein Online-Ident.
Halte deshalb ein gültiges Ausweisdokument bereit und prüfe vor der Bestellung, welche Methode angeboten wird. Bei einer eSIM entfällt die physische Karte. Du lädst das Profil stattdessen auf ein kompatibles Gerät, wenn der Anbieter eSIM unterstützt.
Der genaue Ablauf von der Registrierung bis zum ersten Anruf steht in unserer Anleitung, wie du deine Prepaid-Karte aktivierst.
Restguthaben, Bonus und ungenutzte SIM
Was passiert mit dem Geld, das du aufgeladen hast, aber nicht mehr brauchst? Nach Ende eines Prepaid-Vertrags besteht laut Verbraucherzentrale grundsätzlich ein Anspruch auf gebührenfreie Auszahlung des nicht verbrauchten, selbst aufgeladenen Restguthabens. Bei Start- oder Bonusguthaben sieht das anders aus, es ist nicht zwingend auszahlbar. Auch Ansprüche können verjähren, kümmere dich also zeitnah.
Nutzt du eine SIM monatelang gar nicht, kann der Anbieter sie unter Beachtung seiner Kündigungsfristen kündigen. Eine einheitliche Frist zum Nachladen gibt es nicht, steht aber in den Geschäftsbedingungen. Wer eine Zweit-SIM nur für Notfälle bereithält, sollte dort nachlesen und gelegentlich eine kleine Aktivität einplanen.
Wem Prepaid liegt und wann ein anderes Modell besser ist
Prepaid passt besonders, wenn:
- du dein Budget fest im Griff behalten willst und keine Überraschungen auf der Rechnung möchtest,
- du eine Zweit-SIM, eine Ersatz-SIM für Reisen oder ein Gerät für Kinder brauchst,
- du keine lange Bindung eingehen willst oder erst ausprobieren möchtest, wie gut das Netz bei dir funktioniert,
- du wenig telefonierst und nur gelegentlich Daten brauchst.
Weniger geeignet ist es, wenn du sehr viel Datenvolumen nutzt und dabei auf den günstigsten Preis je Gigabyte achtest, oder wenn du ein Smartphone über die Laufzeit abbezahlen willst. Dann lohnt sich der Blick auf Verträge.
Beim Roaming gilt: Welche Leistungen im Ausland enthalten sind, hängt vom Tarif ab. Lies vor einer Reise in den Tarifdetails nach, ob Roaming inklusive ist und ob es Grenzen beim Datenvolumen gibt.
So gehst du nach dem Lesen vor
Lege zuerst fest, was du wirklich brauchst: Wie viel Datenvolumen verbrauchst du, wie oft telefonierst du, und brauchst du Roaming? Vergleiche dann Pakete über den Preis je Tag, nicht nur über den Gesamtpreis. Prüfe außerdem Verlängerung, Ident-Verfahren und Konditionen für Restguthaben.
Aktuelle Angebote kannst du dir auf prepaid-karte24.de ansehen und auf deine Anforderungen eingrenzen. Dort findest du auch den Weg zu den weiteren Ratgebern für Auswahl, Aktivierung und Alltag mit einer Prepaid-Karte.
Häufige Fragen
Gibt es bei Prepaid eine Grundgebühr?
In der Regel nicht. Du zahlst, was du aufgeladen oder als Paket gebucht hast. Einzelne Anbieter berechnen aber einmalige Kosten für die SIM oder verlängern Pakete automatisch. Die Konditionen stehen in den Tarifinformationen vor der Bestellung.
Brauche ich für eine Prepaid-SIM einen Ausweis?
Ja. Anbieter in Deutschland müssen die Identität vor der Freischaltung prüfen. Welche Dokumente und Verfahren akzeptiert werden, legt der jeweilige Anbieter fest. Halte deshalb ein gültiges Ausweisdokument bereit.
Verfällt mein Prepaid-Guthaben?
Selbst aufgeladenes Guthaben verfällt nicht einfach, es kann aber verjähren. Nach Vertragsende kannst du es dir grundsätzlich auszahlen lassen. Bei Start- oder Bonusguthaben können Einschränkungen gelten. Prüfe die Geschäftsbedingungen deines Anbieters.
Kann ich meine Rufnummer zu einem Prepaid-Anbieter mitnehmen?
Das ist in der Regel möglich. Kläre es vor der Bestellung mit dem neuen Anbieter und achte darauf, dass deine Angaben bei beiden Anbietern übereinstimmen. Ob die SIM schon vor dem Wechsel genutzt werden kann, hängt vom Anbieter ab.
Was passiert, wenn mein Paket aufgebraucht ist?
Das hängt vom Tarif. Entweder wird die Datenverbindung gedrosselt, oder weitere Nutzung wird zum Standardpreis vom Guthaben abgezogen. Manche Anbieter buchen automatisch ein neues Paket. Schau vorher nach, was bei deinem Tarif gilt.
Ist eine eSIM bei Prepaid möglich?
Das hängt vom Anbieter und von deinem Gerät ab. Du brauchst ein eSIM-fähiges Smartphone und einen Anbieter, der eSIM für Prepaid anbietet. Das Profil lädst du anschließend digital auf das Gerät.
